
Kreativität kennt keine Grenzen
28. Mai 2025
Mit Herz und Rhythmusgefühl
24. Juli 2025St. Ulrich Spatzen: Gemeinschaftliches Erlebnis mit Liebe zur Musik
„Mmmm – das ist euer Ton“, summt Christine Heil unterstützt von der Gitarre ein „g‘“ und die Sängerinnen und Sänger im Mediana St. Ulrich nehmen den Ton ohne Probleme ab. Gemeinsam stimmen sie das Vater-unser-Lied an. An Fronleichnam müssen die Lieder sitzen, dann ist der nächste Einsatz für die St. Ulrich Spatzen.
„Den Chor haben wir im vergangenen Jahr neu gegründet“, erzählt Christine Heil und ihre Kollegin Anna-Maria Goldbach ergänzt: „Unter den Bewohnerinnen und Bewohnern im St. Ulrich sind so viele Sängerinnen und Sänger, da dachten wir, wir versuchen es einfach.“
Die Mitarbeiterinnen der Sozialen Betreuung sind selbst passionierte Chorsängerinnen, Christine Heil zudem geübt an der Gitarre – beste Voraussetzungen also, um die Lust am gemeinsamen Musizieren nachvollziehen und wieder wecken zu können.
Die Idee zur Chorgründung fiel auf mehr als fruchtbaren Boden. Aus dem Stand heraus konnten die beiden Betreuungskräfte rund 20 Musikerinnen und Musiker in der Probe begrüßen. „Wer sich gut fühlt und teilnehmen möchte, kommt dazu – wer eine Pause braucht, ist beim nächsten Mal wieder dabei“, gibt Anna-Maria Goldbach einen Einblick.
Heute ist nur eine kurze Generalprobe für die musikalische Mitwirkung beim Gottesdienst, um die Stücke durchzugehen, die bei der vergangenen Zusammenkunft nicht so sicher saßen. Einmal im Monat ist die große Probe: „Sie dauert meist mehr als eine Stunde“, informiert Christine Heil. Bei der Freude am gemeinsamen Singen vergehe die Zeit aber wie im Fluge.
Dem kann Günter Kohl nur zustimmen. Mit dem Chor knüpft er an eine langjährige Musikerbiografie an: „Ich war schon in der Schule im musikalischen Zweig, habe in verschiedenen Chören gesungen, Klavier, Trompete und Flügelhorn gespielt“, erzählt der 71-Jährige und ergänzt mit einem Schmunzeln: „Das Üben der Instrumente kann man den Nachbarn nicht zumuten.“ Bei den St. Ulrich Spatzen ist er jedoch ein geschätzter Sängerkollege, eigentlich Tenor, aber „vielseitig einsetzbar“ wie er sagt – auch in der Rolle des solistischen Vorsängers.
Die einstimmige Chorliteratur suchen die Leiterinnen aus und richten sich nach Jahreszeiten und Anlässen. Welches Liedgut ins Repertoire aufgenommen wird, bestimmen die Senior:innen mit: „Wir testen erstmal an, manches Lied wird gleich wieder beiseitegelegt, bei anderen wird beherzt zu Werk gegangen.“ Das Feierabendlied zum Beispiel lässt alle gleich aus voller Kehle schmettern.
„Unser Chor ist zu einer richtig schönen Gemeinschaft geworden“, freut sich Anna-Maria Goldbach und Christine Heil ergänzt: „Bei Auftritten oder wenn Fotos im St. Ulrich auf den Videobildschirmen zu sehen sind, sind viele stolz, das ist schön zu sehen.“ Darüber hinaus hat Musik eine besondere Kraft. Vertraute Melodien beheimaten auch Erinnerungen an vergangene Tage: „Wir haben im St. Ulrich Menschen, die kaum noch sprechen, aber beim Singen blühen sie auf“, schildern sie bemerkenswerte Erlebnisse.



