
Wenn das ganze Haus gemeinsam feiert
05/10/2026
Musik, die Begegnung schafft
05/10/2026Zu Besuch in den Hörakustiker-Sprechstunden
Das Summen einer Biene, die Melodie einer Violine, die vertraute Stimme der Nachbarin beim Plausch: Es sind oft die kleinen Klänge, die unseren Alltag lebendig machen. Doch wenn das Gehör nachlässt, verschwinden sie nach und nach.
Gespräche werden anstrengend, Musik verliert ihre Feinheiten, die Welt klingt zunehmend gedämpft. Moderne Hörsysteme können helfen, wieder mehr am Leben teilzuhaben. Und manchmal braucht es dafür nicht einmal den Weg ins Fachgeschäft. Denn in den Mediana Häusern kommen die Hörakustiker direkt zu den Bewohnerinnen und Bewohnern.
Bei den monatlichen Sprechstunden der Hörakustikbetriebe Krönung bei Mediana im Pflegestift und Wohnstift in Fulda sowie Drinnenberg in der Seniorenresidenz in Hünfeld ist der Andrang groß. Die Bewohnerinnen und Bewohner freuen sich auf den Besuch der Fachleute und haben oft ein ganz konkretes Anliegen.
monatlich
Sprechstunde direkt im Haus
3
Mediana Häuser in Fulda und Hünfeld
2
Hörakustikfachbetriebe aus der Region
Hörakustiker-Sprechstunde: Oft genügen ein paar Handgriffe

Barbara Kircher hat heute den ersten Platz in der Warteschlange in der Hünfelder Seniorenresidenz ergattert. „Diesen Service nutze ich immer sehr gerne. Aktuell habe ich das Gefühl, dass mir das Hörgerät aus dem einen Ohr immer rausfällt“, erzählt die 88-Jährige, die seit fünf Jahren ein Hörgerät trägt.
Hörakustikermeister und Augenoptiker Rembert Wolf kennt Frau Kircher schon lange. Er nimmt ihr das Gerät aus dem Ohr, schaut es sich genau an und beginnt mit der Reinigung. Während seine Hände routiniert arbeiten, plaudern die beiden über dies und das. Schließlich setzt er das Hörgerät wieder ein. Frau Kircher strahlt. Nicht immer braucht es eine aufwendige Reparatur. Manchmal genügen ein paar Handgriffe, damit ein Hörsystem wieder besser funktioniert.
„Die meisten Kundinnen, die zur Sprechstunde kommen, wollen ihre Geräte reinigen lassen. Manche brauchen neue Akkus“, erzählt der Inhaber des Fachgeschäfts Drinnenberg. Für ausführlichere Untersuchungen bietet er eine persönliche Begleitung an: „Zu Hör- oder auch Sehtests hole ich die Seniorinnen und Senioren gerne ab und mache die Messungen dann in meinem Studio.“
Mobile Werkstatt ist dabei
Auch in Fulda sind es häufig die kleinen technischen Probleme, mit denen sich die Bewohnerinnen und Bewohner an die Hörakustiker wenden. Christian Happ vom Hörakustikstudio Krönung weiß, warum: „Moderne Hörsysteme sind unauffällig und klein. Das macht es für die meisten schwierig, sie selbst regelmäßig zu pflegen oder etwa die Lautstärkeeinstellung nachzujustieren.“

Deshalb hat Happ bei seinen Besuchen stets eine kleine mobile Werkstatt im Gepäck. Mit Erfahrung, Fingerspitzengefühl und einer Portion Improvisationstalent lässt sich vieles direkt vor Ort erledigen. Und wenn doch einmal mehr nötig ist? „Für größere Reparaturen nehme ich das Gerät mit und bringe es nach der Reparatur den Seniorinnen und Senioren zurück. Für individuellere Fragen vereinbare ich gerne einen persönlichen Termin mit ihnen in ihrem Apartment oder Zimmer.“
Der Service ist für ihn mehr als eine technische Dienstleistung. Auch wenn sich die Besuche nicht ohne Weiteres über die Krankenkassen abrechnen lassen, sind sie für den Mitarbeiter des Hörakustikstudios Krönung ein wichtiger „Dienst am Menschen“. Denn wer schlecht hört, braucht nicht nur ein funktionierendes Hörgerät. Er braucht auch jemanden, der zuhört, Fragen beantwortet und sich Zeit nimmt.
Altersschwerhörigkeit beginnt schleichend
Mit zunehmendem Alter lässt das Hörvermögen bei vielen Menschen nach. Oft beginnt dieser Prozess bereits um das 50. Lebensjahr, zunächst so schleichend, dass die Betroffenen ihn kaum bemerken. Zuerst sind es vielleicht die hohen Töne, die fehlen. Das Zwitschern der Vögel klingt leiser, bestimmte Laute in Gesprächen werden undeutlich. Später fällt es zunehmend schwer, einer Unterhaltung zu folgen, vor allem dann, wenn mehrere Menschen durcheinanderreden oder im Hintergrund Musik läuft.
Gut hören heißt: dabei sein
Eine solche Altersschwerhörigkeit ist weit verbreitet. Besonders im höheren Lebensalter nimmt die Zahl der Betroffenen deutlich zu. Dennoch fällt die Entscheidung für ein Hörgerät vielen Menschen nicht leicht. Manche möchten sich nicht eingestehen, dass sie schlechter hören. Andere scheuen sich davor, ein technisches Hilfsmittel zu tragen. Dabei kann eine frühzeitige Versorgung helfen, Gespräche wieder leichter zu verstehen und aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.
„Wer nicht mehr hört, findet deutlich schlechter Zugang zur sozialen Gemeinschaft.“
Georg Krönung, Inhaber des gleichnamigen Fachgeschäfts
Wer bei Gesprächen immer häufiger nachfragen muss, zieht sich womöglich irgendwann zurück.
Ohr und Gehirn brauchen Zeit
Doch mit dem Einsetzen eines Hörgeräts ist es nicht getan. Wer lange schlecht gehört hat, muss sich erst wieder daran gewöhnen, den Kühlschrank brummen oder das eigene Kauen beim Essen zu hören. Manche empfinden das Hörgerät anfangs als Fremdkörper und die Versuchung ist groß, das Hörgerät nur dann einzusetzen, wenn man sich in Gesellschaft befindet. Doch das erschwert die Gewöhnung. „Das Ohr und das Gehirn brauchen Zeit, die dann wieder neuen Sinneseindrücke zu verarbeiten“, erklärt der Hörakustiker. Das Gehirn muss auch lernen, unwichtige Geräusche wieder zu filtern.
Die Hörakustiker begleiten diesen komplexen Prozess. Bei den Sprechstunden mit den Experten geht es also um weit mehr als um saubere Hörgeräte, neue Akkus oder die richtige Lautstärke. Es geht darum, dass Bewohnerinnen und Bewohner wie Frau Kircher die Nachbarin beim nächsten Plausch wieder besser verstehen und vielleicht auch das Summen einer Biene wahrnehmen können.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder hörakustische Beratung. Bildnachweis Beitragsbild: Adobe Stock / Adelati (generiert mit KI), Symbolbild.
